Vilhelm Moberg

Vilhelm Moberg

Vilhelm Moberg – Schriftsteller aus Småland

ID 933607 © Photowitch | Dreamstime.comBei Literatur aus Småland denken die meisten Menschen umgehend an Astrid Lindgren, allerdings hat auch Vilhelm Moberg einen wesentlichen Bestandteil der småländischen Literaturgeschichte mitgeprägt. Der in Moshultamåla in der Gemeinde Emmaboda geborene Autor hat mit seinen Auswandererromanen eine für Schweden schwere Epoche in seinen Büchern verarbeitet, die er selbst hautnah miterleben durfte.

Moberg machte sich außerdem einen Namen als Gesellschaftskritiker, der sich gegen Sozialismus, Nationalsozialismus, Kommunismus und Faschismus aussprach und der Monarchie nur wenig Sympathie entgegen brachte. Am Ende seines Leben litt der Schriftsteller unter schweren Depressionen und entschloss sich zum Selbstmord.

Småland mit seiner wunderschönen Naturlandschaft ist heutzutage ein Urlaubsparadies. Die herrlichen Seen und weitläufigen Wälder verlieren allerdings ein wenig ihren Reiz, wenn man als Bauer im 19. Jahrhundert leben musste. In diese Zeit hinein wurde Vilhelm Moberg geboren, der vor allem die Erlebnisse seiner Kindheit in seinen Romanen verarbeiten sollte. Die Auswanderungswelle, die Schweden erfasste und rund 1,5 Millionen Menschen dazu veranlasste das Land im Norden zu verlassen, war die Grundlage für die Bücher „Die Auswanderer“, „In der neuen Welt“, „Die Siedler“ und „Der letzte Brief nach Schweden“. Die Protagonisten dieser Romane emigrieren in die USA in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Erzählungen sollten viele Menschen berühren. Sie wurden verfilmt und sogar als Musical von den ABBA-Musiker Björn Ulvaeus und Benny Andersson verarbeitet. Unter dem Titel „Kristina von Duvemåla“ wurde es ab 1995 in den Theatern gespielt.

Das Leben von Vilhelm Moberg

Am 20. August 1898 erblickte Vilhelm Moberg in Moshultamåla in der Gemeinde Emmaboda das Licht der Welt. Gemeinsam mit sechs Geschwistern wuchs Vilhelm im Herzen von Småland auf. Sein Vater war zunächst Soldat und später Bauer, der wie viele andere Menschen versuchte, mit Hilfe der Landwirtschaft über die Runden zu kommen. Insbesondere nach dem Umzug nach Duvemåla in der Gemeinde Ljuder sollte Vilhelm Moberg die Not der Menschen kennenlernen. Angesichts der harten Arbeit mit wenig Erträgen konnte er schon frühzeitig verstehen, warum viele Menschen in der Region die Auswanderung in die USA paradiesisch vorkommen musste.

Bereits im Alter von elf Jahren war es notwendig, das Vilhelm mit seiner Arbeit in einer Glashütte seinen Beitrag zur Familienkasse leistete. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab sich für das Lesen zu begeistern und in seiner Jugend kleinere Artikel für lokale Zeitungen zu verfassen. Sein Engagement wurde belohnt indem er weiterführende Schulen besuchen durfte, was im Schweden dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Infolgedessen konnte er sich zum Journalisten ausbilden lassen. Er war für mehrere Zeitungen tätig und verfasste zu dieser Zeit bereits erste Theaterstücke. Jedoch hing sein Leben zwischenzeitlich am seidenen Faden, als er an der spanischen Grippe erkrankte und rund ein halbes Jahr brauchte, um sich davon wieder zu erholen.

1927 sollte seine Karriere als Schriftsteller an Fahrt aufnehmen: Der Roman „Raskens“, in dem er die Geschichten seines Großvaters verarbeitete, wurde zu seinem ersten Erfolg. Die Erzählung vom Leben einer Soldatenfamilie am Ende des 19. Jahrhunderts fand Anklang bei zahlreichen Lesern. Ihm sollten weitere Romane folgen, die über die Lebensverhältnisse im damaligen Småland berichteten. Sein sehr politischer Roman „Rid i natt“, der den Adel verurteilte und zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief, wurde im Deutschen Reich verboten. Anfang der 50er Jahre waren es die vier Auswandererromane „Die Auswanderer“, „In der neuen Welt“, „Die Siedler“ und „Der letzte Brief nach Schweden“, die Moberg bekannt werden ließen. Für die Recherchen reiste er eigens in die USA, um sich mit den dortigen Lebensverhältnissen der Menschen vertraut zu machen.

Gegen Ende seines Lebens litt Vilhem Moberg unter schweren Depressionen. Unter anderem konnte er nicht mehr in dem Maße schreiben, wie er es gerne wollte. Daraus reifte der Entschluss sich das Leben zu nehmen. Er beging Selbstmord, in dem er sich in einem See ertränkte.

Die Bücher und das Auswandererhaus in Växjö als Vermächtnis von Vilhelm Moberg

Vilhelm Moberg hat mit seinen Büchern einen Teil der Geschichte von Småland für immer lebendig gehalten. Er gründete noch zu Lebzeiten im Jahr 1968 das Auswandererhaus in Växjö, das gerne besucht werden kann. Darin wird eindrucksvoll das schwere Leben in Schweden im 19. Jahrhundert geschildert und anhand von wahren Lebensgeschichten die Emigration in die USA dokumentiert.

Neben diesen Vermächtnissen haben Reisende nach Småland auch die einzigartige Gelegenheit dem "utvandraleden", dem Weg der Auswanderer in der Provinz, zu folgen. Dabei kommen Wanderer nicht nur an Ortschaften vorbei, die in den Romanen eine zentrale Rolle spielen, sondern auch an Orten und Plätzen, bei denen es Berührungspunkte mit Auswanderern gibt. Der "utvandraleden" kann zu Fuß an vier bis sechs Tagen zurückgelegt werden. Alternativ reisen Urlauber mit dem Kanu oder dem Fahrrad durch das südöstliche Småland. Dabei kann die wunderschöne Landschaft in vollen Zügen genossen werden und womöglich schweift der ein oder andere Gedanke ab zum Leben der Menschen in der damaligen Zeit. Sie hatten diese einzigartige Gelegenheit nicht, aber dank der Romane von Vilhelm Moberg bleibt ihre Lebensgeschichte lebendig.

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